Familienfotografie

„Wie schnell sie groß werden!“ Diesen Satz haben wir schon so oder ähnlich zig mal gehört oder selbst gedacht. Besonders, wenn man eigene Kinder oder Enkelkinder hat, möchte man schöne Augenblicke mit den Kindern festhalten und sie mit anderen teilen. Und am einfachsten geht das mit Fotos. Doch das Zusammensein mit Kindern ist oft turbulent und wer hat am wenigsten Lust, für Fotos zu posieren? Natürlich die Kinder.

Wenn man schöne Augenblicke mit Kindern oder generell mit Familie auf attraktiven Fotos festhalten will, dann muss man an einiges denken.

Die wichtigste Grundvoraussetzung für schöne Familienfotos ist die Atmosphäre. In einer entspannten, glücklichen Atmosphäre entstehen die besten Motive, die man sich immer wieder gern ins Gedächtnis ruft und entsprechend gern auf Bildern ansieht. Man mag diese Einstellung teilen oder nicht, aber meiner Ansicht nach sind die nicht gestellten, natürlichen Fotos die besten. Das heißt nicht, dass man bei einem Fototermin beim Profi-Fotografen keine schönen Fotos erhalten wird. Aber hier ist der Fotograf gefordert, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, bei der ungeübte „Shooting-Stars“ aus sich herausgehen und sich natürlich verhalten können.

Sind die Familienmitglieder in einer glücklichen und lockeren Situation, dann ist die beste Voraussetzung für schöne Fotos bereits erfüllt. Es geht nur noch darum, diese Atmosphäre in Bilder zu übersetzen. Und dazu sind einige Kenntnisse vonnöten.

1. Die Kamera. Es wurde noch nie so viel fotografiert wie heutzutage. Jedes Smartphone hat eine integrierte Kamera. Dazu gibt es unzählige Apps, mit denen man Fotos schnell nachbearbeiten oder Effekte hinzufügen kann. Der Vorteil eines Smartphones als Fotokamera ist dabei, dass man es parat hat, wenn es darauf ankommt und so auch auf dem Spielplatz oder zuhause mal eben schnell ein Augenblick festgehalten werden kann. Der Nachteil ist: Auch wenn die Qualität dieser Kameras immer besser wird, die Auflösung oder der Umgang mit wenig Licht (nach Sonnenuntergang oder bei wenig künstlichem Licht in Räumen) lassen immer noch zu wünschen übrig. Meist ist der Blitz auch viel zu hell und lässt rote Augen und tiefe Schatten im Hintergrund entstehen. Professionelle oder semiprofessionelle Kameras haben viele Einstellungsmöglichkeiten für verschiedene Lichtverhältnisse. Die Automatik-Funktionen erlauben auch einem Gelegenheitsfotografen die richtigen Einstellungen für die Kamera per Knopfdruck vorzunehmen. Kompaktkameras kombinieren die Vorteile der Handlichkeit mit den Ansprüchen an hoch auflösende digitale Fotos.

2. Das Licht. Fotos benötigen Licht. Doch nicht irgendwelches. Es gibt grelles und sanftes, kühles und warmes Licht. Profi-Fotografen nutzen z. B. gern die „goldene Stunde“ für ihre Shootings. Mit diesem poetischen Ausdruck ist die Stunde vor dem Sonnenuntergang oder eine Stunde nach dem Sonnenaufgang gemeint. Dann taucht die tiefstehende Sonne die Umgebung in warmes, goldenes Licht, was wir als sehr angenehm empfinden. Fotos, die bei diesem Licht entstehen, weisen keine tiefen Schatten auf und es gibt auch keine allzu hellen Flecken. Gesichter wirken in diesem Licht besonders attraktiv. Bei Familienfesten oder beim Grillen im Garten z. B. sollte man sich die Stunde vor dem Sonnenuntergang bewusst Zeit nehmen, um zum Fotoapparat zu greifen, wenn man schon davor keine Zeit dafür hatte.

In der kälteren Jahreszeit, insbesondere im Herbst, steht die Sonne auch tagsüber recht tief und entsprechend ist das Licht weniger grell. In den freundlichen Herbsttagen bietet das bunte Laub zusätzlich einen attraktiven Hintergrund. Womit wir beim Thema Farbe sind.

3. Farbe. Farben spielen für unsere Wahrnehmung eine große Rolle. Kinder sind von Farben fasziniert. Alles Bunte scheint sie wie magisch anzuziehen. Dies ist bei uns Erwachsenen oft nicht anders. Rot z.B. zieht unsere Blicke besonders an. Bei Grün entspannen wir. Blau lässt den Eindruck von Tiefe entstehen. Indem Sie beim Fotografieren auf Farben achten, werden Ihre Bilder fast automatisch interessant. So können Sie z.B. Ihr Kind, das heute gerade einen roten Pullover trägt, versuchen auf grünem Hintergrund zu fotografieren.
Gänzlich in Weiß gekleidet, hebt sich eine Person vor dem Hintergrund der im Sommer grünen Natur hervor. Im winterlichen Schnee ist bunte Kleidung, z.B. eine bunte Mütze oder ein bunter Schal, hingegen vorteilhafter.

4. Abstand und Nähe. Zu oft befinden sich in unseren digitalen Fotoarchiven Fotos, auf denen unsere Familienangehörigen viel zu klein und deren Gesichter viel zu wenig erkennbar sind. Irgendwie neigen wir dazu, die ganze Person in das Objektiv bekommen zu wollen, d.h. Sie von Kopf bis Fuß ins Bild zu nehmen. Wenn wir dann auch noch die Umgebung mit hinein bekommen wollen, wie z.B. einen Teil des Gebäudes, dann sieht man von der Person oder von den Personen am Ende noch weniger. Kinder sind klein. Da ist es oft nicht so schwer, sie ganz, von Kopf bis Fuß, gut erkennbar auf dem Foto abzubilden. Aber jedes Mal sollte der Fokus auf dem Gesichtsausdruck liegen. Bei Kindern ist zudem besonders darauf zu achten, sie nicht von oben herab zu fotografieren. Das ist wörtlich gemeint. Kinder wirken am besten auf Fotos, auf denen die Kamera ihnen auf Augenhöhe begegnet. Das bedeutet ganz konkret: Gehen Sie in die Hocke, wenn Sie kleine Kinder fotografieren.

Bereits mit diesen wenigen Gedanken im Hinterkopf ist es möglich, die Qualität der eigenen Familienfotos zu verbessern. Experimentierfreude und eine gute Kamera werden sie dabei unterstützen.